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Anekdoten

 

Anekdoten aus 1000 und 1 Nacht
Geschichten aus dem Orient - Wissenswertes und Nachdenkliches

Der Böse Blick
Der „Böse Blick“ (arab. Ain) ist wohl das bekannteste und vielleicht auch das bedeutendste Beispiel für den Dämonen- und Geisterglaube im Islam.

Man kennt ihn in der gesamten islamischen Welt und jedes Land hat seine eigenen Methoden gefunden, sich dagegen zu schützen. In der Türkei beispielsweise verhindert man es, den Bösen Blick auf sich zu ziehen, in dem man überall dort, wo es möglich ist, ein blaues Auge aufhängt.

In Ägypten binden Autofahrer einen Kinderschuh an die Stossstange, so das er abgelenkt wird und sich nicht beim Fahrer aufhält, der sonst einen Unfall bauen könnte. In Syrien werden Gesichter auf die Autos gemalt und in Marokko und Mauretanien schützt man sich mit Koranamuletten.

Auch bekämpft in der Vorstellung der meisten Muslime alles Glänzende wie Glas, Spiegel oder Geschmeide den bösen Blick.

Es gibt Menschen, die können mit Geistern und dem Bösen Blick umgehen, sie halten Geisterbeschwörungen ab, wie z.B. die Zar, eine islamische mystische Sekte, die man vor allen Dingen im südlichen Ägypten.

Doch nicht nur diese können sich schützen. Zusätzlich zu den Kinderschuhen und den Koranamuletten, gibt es weitere „Gegenzauber“ des „kleinen Mannes“. Die Anrufung Gottes zum Beispiel, bi-smillah, die Darstellung des Guten Blickes, z.B. durch einen Kreis mit einem zentralen Punkt in der Mitte, oder schwarz umrandete Augen. Gegen den Bösen Blick hilft auch Bernstein. Zudem hat er therapeutische Wirkung, da sich beim direktem Tragen auf der Haut Mineralien durch den Schweiss lösen und so gegen Hautkrankheiten schützen.

Eine besondere Bedeutung als Schutz gegen alles Böse, nicht nur den Bösen Blick, hat die Zahl 5, die man, wann immer es geht, nennt. Die Hand Fatimas, das Symbol des Islams schlechthin, hat fünf Finger und ist somit eines der wichtigsten Schutzsymbole.

Muriel Brunswig in: Ägypten Travel Handbuch, Stefan Loose Verlag

 
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